Pegida und Alltagsrassismus

Durch die Montagsdemostrationen der Pegida ist der Alltagsrassmus in Deutschland wieder verstärkt in die Öffentlichkeit getreten und offenbar schon weit mehr in unserer Gesellschaft verbreitet als ich dachte. Pegida sieht sich selbst dabei als Veteidiger des christlichen Abendlandes gegen eine angebliche Islamisierung und zu großer Einwanderung durch Flüchtlinge. Tatsächlich sind es Rassisten die Fremdenfeindlichkeit durch Angst schüren wollen. Denn eine Islamisierung findet gar nicht statt, genauso wenig wie wir in Deutschland angeblich zu viel Flüchtlinge aufnehemen.
Dazu ein paar Fakten bei scilogs.de sowie bei proasyl.de.
Fakten mögen diese Rassisten der Pediga und deren Ableger allerdings nicht. Diese werden, wie kritische Berichterstattung, nach deren Aussagen von einer gleichgeschalteten Lügenpresse verbreitet. Dies müssen diese Rassisten natürlich sagen, denn es gibt ja keine Fakten die deren Fremdenfeindlichkeit unterstützen. Und so rufen sie bei ihren Demos stoisch Wir sind das Volk. Dem ist allerdings nicht so, denn richtig müssten sie rufen Wir sind der rassistische Teil des Volkes. Bedankenswerter Weise haben sich ja auch schon DDR-Bürgerrechtler der 89er Montagsdemos entschieden distanziert. Wie hier beim Deutschlandfunk. Besonders pervers fand ich auch das die angeblichen Verteidiger des christlichen Abendlandes kurz vor Weihnachten mit christlichen Weihnachtsliedern gegen christliche Werte wie die Nächstenliebe demonstrierten. Aber es macht auch eines dabei sehr deutlich. Pegida verteidigt nicht das Abendland, es tritt es mit Füssen und zielt gegen ein freiheitliches Abendland.
Noch etwas dazu das ja angeblich viele von den Teilnehmern der Demos gar keine Rassisten seien sondern nur besorgte Bürger. Diejenigen die auf einer Demonstration mit rassistischen Zielen mit marschieren unterstützen und befürworten damit diese rassistischen Ziele. Denn diese sogenannten besorgten Bürger sind nichts anderes als Alltagsrassiten die sich freuen das auch endlich mal kund tun zu können.
Aber warum ist der Alltagsrassismus anscheinend immer dort am größten wo der Anteil von Ausländern und Bürgern mit Migrationshintergrund, besonders von Muslimen, im Verhältnis sehr gering ist? Ist es die Angst vor allem Fremden? Sind die Alltagsrassisten dann umso empfänglicher für ausländerfeindliche Stammtischparolen anstatt sich mit Fakten und Tatsachen zu beschäftigen? Ironischerweise spielt die Presse die von der Pegida als Lügenpresse beschimpft wird denen auch noch Steilvorlagen. Denn mit reisserischen Titelblättern und Überschriften werden Fakten verdrängt und rassistische Stammtischparolen beflügelt.
Ist der Alltagsrassismus nun nur eine Erscheinung die bei Pegida in Erscheinung tritt? Nein!
Ich sehe schon länger das immer mehr ausländerfeindliche und rassistische Äußerungen und Kommentare im Internet zu finden sind. Denn dabei können diese Alltagsrassisten ja ihre rassistischen Phrasen verbreiten ohne ihr Gesicht zeigen zu müssen, schön anonym. Auch hier in Ostfriesland tritt dieser Alltagsrassismus immer mehr in dieser Form zu Tage. Besonders bei Kommentaren einer Onlineausgabe einer hiesigen Zeitung. Hier wird auch gerne das Thema Kosten als Argument gegen die Aufnahme von Flüchtlingen gebracht, schliesslich jammern die hiesigen Kommunen ja gerne über diese Kosten. Aber das ist angesichts dessen das Deutschland immer noch ein reiches Land ist höchstens ein Argument für eine verfehlte Finanzpolitik von Bund, Ländern und Kommunen als gegen die Aufnahme von Flüchtlingen.
Wenn ich heute dann noch in den Medien lese das der ehemalige Innenminister Friedrich fordert die Unionspateien müssten der AfD und Pegida die Themen weg nehmen und CDU und vor allem die CSU müsste die rechte Flanke des Parteienspektrums besser absichern wird mir noch schlechter. Ein Spitzenpolitiker der offen zum Rechtsruck von Parteien aufruft die ein C für Christlich in ihrem Namen führen.
Ich hoffe und kann mir nur wünschen das die Mehrheit der Bevölkerung weiter für eine offene und freiheitliche Zukunft steht und auch weiter gegen den Rassismus in diesem Land kämpft und den Rassisten und Nazis die Strassen nicht überlässt.

One Comment

  1. Olzo sagt:

    Richtiger und wichtiger Beitrag.

    Man kann dem nicht deutlich und klar genug entgegentreten.
    Keinfussbreit.

    Schoenes Beispiel zur „Luegenpresse“, exemplarisch fuer die ganze (gelenkte) „Bewegung“:
    http://www.bildblog.de/62469/vom-untergang-des-abendlandes-kann-bild-ein-liedchen-singen/

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